1 x Silber und 1 x Bronze
Am 12. Juni war es mal wieder soweit: Die besten Hobbybrauer und Vertreter der besten gewerblichen Brauereien fanden sich im Theatersaal der VHS Meidling ein, um sich die Auszeichnungen für ihre Biere abzuholen. Wir hatten auch wieder Glück und konnten uns über zwei Stockerlplätze freuen.
Moderiert wurde die Veranstaltung gewohnt kompetent von Harry Mittermaier – dem Präsidenten der BierIG – und Ursula Huber-Kainz, selbst Brauerin und Biersommelière im Nationalteam. Es gab auch heuer wieder die Gelegenheit, viele der prämierten Biere vor Ort zu verkosten. Das Event ist jedes Jahr wieder eine super Gelegenheit, Biernerds aus ganz Österreich zu treffen und Freundschaften aufzufrischen.
Das Verkostungswochenende der ABC fand diesmal in Muntlix in Vorarlberg statt. Das war uns zu weit zum Fahren und so haben wir zum ersten Mal unsere Biere nicht persönlich hingebracht, sondern sie schon vorab bei Mashcamp in Wien abgegeben. Dort wurde ein Sammeltermin organisiert und die wertvolle Fracht dann im Vorfeld zum Veranstaltungsort gebracht. Ganz glücklich waren wir damit nicht, am liebsten gibt man seine Schätzchen für den Transport gar nicht aus der Hand, unter anderem auch weil nur die Einhaltung der Kühlkette bei Hobbybrauern für beste Qualität garantiert. Das war wahrscheinlich auch der Grund, wieso es heuer mit 653 Einreichungen einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr gab.
Wie ist es jetzt für uns ausgegangen? Ein Staatsmeister war diesmal leider nicht dabei, dafür freuen wir uns sehr über einen dritten Platz für unser Schneeweißchen in der Kategorie „Weizen- und Roggenbiere, Weizenböcke“. Dieser Stil führt in Ostösterreich ein Mauerblümchendasein, und es gewinnen hier eigentlich immer nur Brauer aus den westlichen Bundesländern. Darum ist diese Bronzemedaille für uns etwas besonderes.
Unser American Barleywine Golden Times hat es bei den „Amerikanischen Ales“ auf den 2. Platz geschafft. Das Bier war unser Beitrag zu einem Gemeinschaftssud im letzten Jahr. Die einjährige Reifezeit hat wohl gut getan, deutlich runder im Aroma kam dieses Starkbier bei den Juroren heuer besser an und hat es so auf’s Treppchen geschafft.
Insgesamt hatten wir heuer 10 Biere eingereicht. Uns war aber schon vorab klar, dass wir heuer nicht ganz so gut abschneiden wie in den Vorjahren. Beim Umdrücken der empfindlichsten Sude – einem Pils und einem österreichischen Märzen – ist uns ein kleines Missgeschick passiert. Wir hatten den Kühlschrank mit den Kegs zu kalt gestellt und das Bier ist im Fass teilweise gefroren. Wir vermuten, dass dabei Luft ins Keg gezogen wurde und das Bier dadurch oxidierte. Schon bei der letzten Verkostung vor dem Abschicken der (bereits angemeldeten und bezahlten) Einreichungen haben wir einen leichten Braunstich und Oxidationsaromen wahrgenommen. Das bliebt natürlich auch den Juroren nicht verborgen. Beim Pils sorgte das für einen Negativrekord an Punkten (nur 79 von 216 möglichen) und entsprechenden Kommentaren aller Verkoster („nicht sortentypisch“, „Fehlaromen“, „Oxidation“, etc.). Beim Ösi war es nicht viel besser. Wir ärgern uns über uns selbst, denn beide Biere waren in unseren Augen vor dem Kühl-Fauxpas einwandfrei und hätten Chancen auf gute Platzierungen gehabt.
Zum wiederholten Male haben wir auch in der Kategorie „Wiener Lager“ unser Glück versucht. Bei unserer Ansa Panier hatten wir leichte Bedenken, was das Aussehen betrifft. Das Bier könnte etwas klarer sein. Das hat die Juroren aber nicht gestört, wir haben von allen die Top-Punktzahl für die Optik bekommen. Auch die Kommentare waren durchwegs positiv und das Bier hat in der ersten Runde Platz 1 gemacht. Im Finale kam es dann leider nicht unter die ersten fünf. Mal sehen ob wir nächstes Jahr noch einen Versuch starten.
In der Kategorie „Lagerbiere dunkel“ waren ungewöhnlich viele Einreichungen am Start (24!). Unser Jubiläumsbier, das wir gemeinsam mit Günter und Helene (Bierfreunde Wien) gebraut haben hat den Einzug ins Finale knapp verpasst. Über den Kommentar „Eine tolle Erscheinung im Glas“ freuen wir uns trotzdem. Auch unsere anderen Biere landeten punktemäßig meist im Mittelfeld und haben es dann aufgrund er starken Konkurrenz entweder nicht ins Finale geschafft oder sind dort nicht unter die ersten drei gekommen.
Besonders gespannt waren wir auf das Abschneiden der Grandiosen Gretel. Dieses Grätzer hat schon einmal den Staatsmeister geholt und war letztes Jahr bei der Grodzisk Beer Competition in Polen (dem Herkunftsland dieses relativ unbekannten Bierstils) in den Top 10. Mit 190 Punkten hat sich die Gretel in der Vorrunde souverän den 1. Platz von 10 Bieren gesichert und wurde auch mit einem Qualitätssiegel ausgezeichnet.
Im Finale waren dann trotzdem andere Kandidaten besser. Leider werden bei der ABC noch immer die Stile Rauchbier und Sauerbier in einer Kategorie zusammengefasst. Wir würden uns wünschen, dass das eines Tages noch aufgeteilt wird, weil die beiden Stile überhaupt nichts miteinander zu tun haben und einzeln bewertet werden sollen. Wir lieben die Gretel jedenfalls trotzdem und haben sie auch wieder in Polen eingereicht – das Ergebnis folgt in einem separaten Beitrag.
Die komplette Liste aller Preisträger gibt es bei der Austrian Beer Challenge. Viele bekannte Namen, aber auch viele Newcomer, besonders bei den Hobbybrauern. Herzliche Gratulation an alle Gewinner, und wer heuer nichts gewonnen hat probiert es einfach nächstes Jahr wieder! Da findet die ABC am anderen Ende von Österreich statt, nämlich in Gols. See you there!














