Austrian Beer Challenge 2021: Detailauswertung

Kurze Zeit nach der Preisverleihung wurden die Detailergebnisse verschickt.

Die Detailergebnisse sind besonders interessant, da man sieht wie jedes Bier bewertet wurde. Wieviele Punkte wurden vergeben, wieviele Biere und Verkostungstische gab es in der Kategorie? Welchen Platz hat es erreicht, ist es ins Finale gekommen, gibts ein Qualtitätssiegel? Die Kommentare der Juroren sind auch sehr hilfreich. Vielleicht erhält man ja doch den ein oder anderen Hinweis, um das Bier besser zu brauen.

Insgesamt haben wir 5 Biere eingereicht, von denen es 4 in die Finalrunde geschafft haben. Wir starten gleich mal mit dem Oberknaller:

1. Platz in der Kategorie “Porter & Stout”

Black Bomb (Imperial Stout)

Wir sind noch immer ganz aus dem Häuschen, weil eines unserer Biere tatsächlich einen Staatsmeistertitel geholt hat. Insgesamt gab es 26 Einreichungen von Hobbybrauern in der Kategorie “Porter & Stout“. In der ersten Runde wurden diese auf 4 Bewertungstischen von jeweils 5 Juroren mit Punkten bewertet. In den 4 Hauptkriterien Aussehen (Schaum, Farbe, Klarheit), Geruch, Geschmack (Geschmack, Bittere), Mundgefühl (Körper, Rezenz) und dem Punkt Gesamteindruck gibt es pro Juror maximal 36 Punkte, das heißt 180 Punkte können erreicht werden. Unser “Black Bomb” hat sage und schreibe 176 Punkte geholt! Damit war es Platz 1 auf seinem Bewertungstisch und somit im Finale. Die Juroren können auch Kommentare hinterlassen, wie z.b. diesen hier: Coffee, nougat, chocolate. Smooth, dangerously drinkable beer.

Im Finale treffen die jeweils besten 3 Biere aller Tische aus den Vorrunden auf eine neue 5 köpfige Jury. Hier werden keine Punkte vergeben, sondern die Juroren einigen sich auf den Sieger und die nachfolgenden Plätze.


Unser Siegerbier bekam von der Jury folgende Beschreibung:
Tiefschwarze Farbe mit beige bis hellbrauner Schaumdecke, wenig stabil. Dörrobst/Rumtopf und Bitterschokolade in der Nase.
Weich cremiger Antrunk, hinzukommende Lakritze, herrliche Röstaromatik, mittlerer Bitterere, feine Bitterschokolade, gut eingebundener Alkohol, mittlerer Körper, cremige, feine Kohlensäure, weiche Textur, würzige Schärfe der Lakritze im Nachtrunk.
Klare Empfehlung als Digestif oder mit würzigem Käse.

Wir könnten es nicht schöner ausdrücken. 🙂

Maria Mango (Double Milkshake IPA)

Bei unserem Mango-Fruchtbier sieht man an der Auswertung schön, dass nicht alle Juroren immer derselben Meinung sind. 4 der 5 Juroren waren offensichtlich schwer begeistert und haben dem Bier die vollen 36 Punkte gegeben, während der fünfte Juror anscheinend nichts damit anfangen konnte. In Summe hat es aber trotzdem gereicht, dass unsere Maria Mango von 7 Bieren in der Vorrunde den Platz 1 gemacht hat und somit ins Finale gekommen ist.

Im Finale hat es dann nicht für einen Stockerlplatz gereicht, trotzdem können wir uns wegen der guten Bewertung über das BierIG Qualitätssiegel freuen.

Die Voraussetzungen dafür sind:
– Mindestens 80% der erreichbaren Gesamtpunktezahl
– Mindestens 70% der Maximalsumme jeder einzelnen Bewertungskategorie

Brauen wir das Bier auf jeden Fall noch einmal, wir lieben die Maria einfach! <3

Yule Cat (Spiced Milk Stout)

Bei der Yule Cat wurden von den Juroren die weihnachtlichen Gewürze bzw. die Lebkuchennoten gelobt. Abgewertet wurde es wegen des instabilen Schaums. Die 145 Punkte haben trotzdem fürs Finale gereicht und am Ende ist das Bier auf dem 4. Platz von 24 Einreichungen gelandet. Wahrlich kein schlechtes Ergebnis.

Terminator (Doppelbock)

Wir haben viel Hoffnung in unseren Doppelbock gesetzt, den wir schon 2019 gebraut haben und der seit dem im Kühlschrank vor sich hin reift. Er hat in der Vorrunde mit 155 Punkten auch gleich alle anderen 6 Biere am Tisch hinter sich gelassen und ist auf dem 1. Platz klar ins Finale eingezogen. Leider ist er dort bei den Juroren wohl weniger gut angekommen.

Sehr schade, wir lieben ihn einfach! <3 Deswegen werden wir auch weiterhin jedes Jahr einen Sud davon einbrauen.

Rosi (Münchner Dunkles)

Hach, Rosi!

Bei der Bewertung der Biere bei der Austrian Beer Challenge geht es grundsätzlich nicht darum, ob einem Juror ein Bier schmeckt oder nicht, sondern wie genau es die Vorgaben der Stilbeschreibung der BJCP trifft.

Für ein Münchner Dunkles wie die Rosi ist das Aussehen so beschrieben: Kupferbraun bis dunkelbraun, mit einer roten oder granatartigen Tönung. Die Farbe lässt sich auch in Zahlen messen, gefordert sind hier z.b. 28-55 EBC. Alle 5 Juroren haben hier die niedrigste Punktzahl von 1 vergeben, einer hat mit “zu hell für ein dunkles Bier” kommentiert. Während man über Geschmack sicher streiten kann, verstehen die Bewertung in diesem Fall überhaupt nicht. Bevor wir selbst einen Bierstil nachbrauen, kaufen und verkosten wir auch immer typische Vertreter und die haben alle auch nicht anders ausgeschaut. Hinweise von Bierliebhabern und Sommeliers werden gerne entgegen genommen. 🙂

Es gab dann noch diverse Abwertungen im Geschmack und Körper, außerdem wurden Fehlaromen wie sauer, esterig und Acetaldehyd kritisiert. Damit hat es das Bier schon in der Vorrunde nur auf Platz 4 geschafft und ist damit ausgeschieden.

Wir werden wahrscheinlich nie erfahren was da schief gegangen ist. Brauen werden wir die Rosi sicher noch öfters, ob wir es nochmal einreichen werden wir sehen.

Einen Lichtblick gibt es trotzdem. Auch wenn das Bier nichts gerissen hat, wurde das Etikett beim ABC Label Contest auf den 3. Platz gewählt und wir haben es damit auch aufs Stockerl geschafft.

Fazit

Wir freuen uns über das tolle Abschneiden unserer Biere und nehmen auch wieder viel Input aus der gesamten Veranstaltung mit.

Eine schöne Übersicht der Gewinner der Hobbybrauer in allen Kategorien gibt es auf der Bier IG Homepage (demnächst auch mit Foto).

Wir gratulieren allen Gewinnern. Nachdem wir viele der Biere auch selbst gekostet haben, wissen wir wie hart die Konkurrenz ist. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!