Die Kühlschränke

Als angehender Hobbybrauer wird man bald merken, dass man nie genug Kühlschränke haben kann.

Schon während der Hauptgärung im Gäreimer möchte die Hefe gerne eine konstante Temperatur, die insbesondere bei untergärigen Bieren weit unter der normalen Raumtemperatur liegen sollte. Die Nachgärung in der Flasche kann zwar bei Zimmertemperatur erfolgen, aber danach soll das Bier ein paar Wochen bei einstelligen Temperaturen reifen. Und selbst wenn das Bier ausgereift ist, wird es am besten kalt gelagert. Da pro Sud in der 20-Liter-Klasse meist 40 Flaschen Bier entstehen, reicht dafür der Haushaltskühlschrank im Normalfall nicht.

Wir haben uns daher gleich am Anfang unserer Braukarriere einen eigenen Kühlschrank nur fürs Brauen gegönnt, in dem wir die Hauptgärung und die Reifung vornehmen können. Uns war wichtig, dass dieser auch optisch ansprechend und leise ist, weil er in der Wohnküche stehen sollte. Entschieden haben wir uns für einen Husky HUS-HC 166 mit 130 Liter Kühlvolumen. Den gab es mit verschiedenen Folierungen – u. a. auch ein bieriges Design – und er hat die idealen Maße um einen 30-Liter Gäreimer samt Gärspund aufzunehmen. Bei der Temperatursteuerung haben wir uns nicht auf das Thermostat des Kühlschranks verlassen, sondern steuern ihn mit einem Inkbird ITC-308 Temperaturregler: Ausgestattet mit einem Temperatursensor erlaubt dieses kleine Gerät, den Kühlschrank exakt auf einer bestimmten Temperatur zu halten.

Zuerst haben wir das fertige Bier dann auch im selben Kühlschrank bei ca. 5 °C reifen lassen und gelagert. Wenn einen das Brauvirus gepackt hat, kommt man aber schnell drauf, dass man schon viel eher wieder das nächste Bier brauen möchte, bevor das letzte ausgetrunken ist.

Es hat daher nicht lange gedauert, bis wir uns um einen zweiten Kühlschrank mit möglichst hohem Kühlvolumen umgeschaut haben. Geworden ist es dann ein Gerät aus dem gewerblichen Bereich – ein Liebherr FK 3640. In diesen passen ca. 180 Flaschen Bier. Die Ablageroste tragen 45 kg und sind somit für 40 Flaschen Bier pro Fach geeignet. Das reicht dann für einige Sude, aber irgendwann war auch dieser Kühlschrank immer wieder zu voll.

Für besonders starke Biere, die monatelang reifen sollen, sind wir dann zwischenzeitlich auf den Erdkeller bei Sonjas Eltern als Depot ausgewichen. Außerdem hatten wir noch zwei Styroporboxen aus dem Lebensmittelbereich, die je 20 Flaschen Bier fassen und die wir im Winter auf die Terrasse gestellt haben. Das ist zwar nicht ideal, aber das Styropor mildert die Temperaturschwankungen untertags bzw. in der Nacht – die mag das Bier nämlich eigentlich gar nicht.




Am Ende war uns das aber doch etwas zu mühsam, und wir haben uns einen zweiten Reife- und Lagerkühlschrank gekauft. Diesmal wurde es ein Bomann VS 3173, in dem wir die Auflageroste teilweise durch Siebdruckplatten ersetzt haben. Auch wenn in diesen Kühlschrank eine Menge Flaschen passen, ist er durch die Türablagen und die etwas kleineren Innenmaße nicht ganz so praktisch wie der Liebherr – wenn Geld keine Rolle spielt, würden wir auf jeden Fall immer einen Getränke- bzw. Flaschenkühlschrank empfehlen.





Irgendwann war es dann soweit, dass der Gärkühlschrank zum Flaschenhals wurde. Insbesondere bei untergärigem Bier musste man immer 3 Wochen warten, bis man den nächsten Sud brauen konnte. Zufälligerweise gab es dann bei Hofer einen Medion Getränkekühlschrank, der bis auf das Außendesign fast ein Zwilling unseres bewährten Husky Gärkühlschranks ist. Den nötigen Platz in der Wohnung haben wir auch noch gefunden, und wir haben daher jetzt zwei Gärkühlschränke. Speziell bei obergärigen Bieren können wir somit fast jedes Wochenende brauen, wenn wir Lust dazu haben.


Eine Erweiterung der Kühlkapazität ist vorerst nicht geplant 😉